Die Jungfrau Maria - Das Reich des Göttlichen Willens

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Schriften

Die Jungfrau Maria im Reich des Göttlichen Willens


Der italienische Text des vorliegenden Buches „Die Jungfrau Maria im Reich des Göttlichen Willens“ wurde von Luisa Piccarreta im Mai 1930 verfasst und von ihrem Beichtvater und Seelenführer Don Benedetto Calvi im Jahr 1932 mit kirchlicher Druckerlaubnis veröffentlicht.

Mütterlicher Aufruf der Himmelskönigin

Die Unbefleckte Jungfrau spricht durch Luisa Piccarreta zu jeder Seele und zur Kirche unserer Zeit

Meine liebste Tochter, ich fühle das unwiderstehliche Bedürfnis, vom Himmel herabzusteigen, um dir meine mütterlichen Besuche zu machen; wenn du mir deine kindliche Liebe und Treue zusagst, werde ich immer bei dir in deiner Seele bleiben, um deine Lehrmeisterin, dein Vorbild und deine zärtliche Mutter zu sein.

Ich komme, um dich einzuladen, ins Reich deiner Mutter einzutreten, d.h. ins Reich des Göttlichen Willens und klopfe an die Tür deines Herzens, damit du mir öffnest ... Weißt du? Mit meinen eigenen Händen reiche ich dir dieses Buch als Geschenk, mit mütterlicher Aufmerksamkeit biete ich es dir an, damit du, wenn du es liest, lernst, himmlisch und nicht mehr irdisch zu leben.

Dieses Büchlein ist von Gold, meine Tochter, es wird dein geistiges wie auch dein irdisches Glück bilden. Darin findest du die Quelle aller Güter: Wenn du schwach bist, wirst du Kraft erlangen, wenn du versucht bist, den Sieg; bist du in Schuld gefallen, wird dir eine mitleidsvolle und mächtige Hand wieder aufhelfen; wenn du betrübt bist, findest du Trost; bist du kalt, hast du ein sicheres Mittel, dich wieder zu erwärmen; wenn du hungrig bist, wirst du dich mit Wohlgefallen von der köstlichen Speise des Göttlichen Willens ernähren. Es wird dir nichts fehlen, weil deine Mutter dir sanfte Gesellschaft leisten wird, und sich mit jeder nur möglichen mütterlichen Sorge verpflichten wird, dich glücklich zu machen. Ich, die himmlische Herrscherin, werde an all deine Bedürfnisse denken, wenn du mir nur zustimmst, in Vereinigung mit mir zu leben.

Wenn du meine Ängste, meine glühenden Seufzer kennen würdest, und auch die Tränen, die ich um meine Kinder vergieße! Wenn du wüsstest, wie sehr ich brenne vor Sehnsucht, dass du allen meinen himmlischen Lehren Gehör schenkt und lernst, wie man im Göttlichen Willen lebt...!

In diesem Buch wirst du Wunderbares entdecken: Du wirst eine Mutter finden, die dich so sehr liebt, dass sie ihren geliebten Sohn für dich opfert, damit du fähig werdest, aus dem gleichen Leben im Göttlichen Willen zu leben, von dem sie selbst hier auf Erden beseelt war.

Ach bereite mir nicht diesen Schmerz, weise mich nicht ab, nimm dieses Himmelsgeschenk an, das ich dir bringe; nimm meinen Besuch und meine Lehren an ... Wisse, dass ich um die ganze Welt gehen werde, zu jedem Einzelnen, in alle Familien, in die religiösen Gemeinschaften, zu allen Nationen und Völkern, und wenn nötig, werde ich mich Jahrhunderte lang bemühen, bis ich als Königin mein Volk gebildet habe, und als Mutter meine Kinder, die den Göttlichen Willen kennen und ihn überall zur Herrschaft gelangen lassen.

Ich habe dir jetzt den Zweck dieses Buches erklärt. Diejenigen, die es mit Liebe aufnehmen, werden meine ersten bevorzugten Kinder sein, die dem Reich des Göttlichen FIAT angehören, und ich werde ihre Namen mit goldenen Buchstaben in mein mütterliches Herz schreiben.

Siehst du, meine Tochter? Dieselbe unendliche Liebe Gottes, die in der Erlösung sich meiner bedienen wollte, um das Ewige Wort auf die Erde herabsteigen zu lassen, ruft mich jetzt wieder und vertraut mir die kühne Aufgabe an, den erhabenen Auftrag, auf Erden die Kinder des Reiches seines Göttlichen Willens heranzubilden. Mütterlich besorgt gehe ich also ans Werk und bereite dir den Weg, der dich in dieses glückliche Reich führen soll.

Zu diesem Zweck werde ich dir erhabene und himmlische Lehren erteilen, dich schließlich besondere und neue Gebete lehren, mit denen du den Himmel, die Sonne, die Schöpfung, mein eigenes Leben und das meines Sohnes, und alle Akte der Heiligen gleichsam in Anspruch nimmst und miteinbeziehst, damit sie in deinem Namen das wunderbare Reich des Göttlichen Willens erflehen. Diese Gebete sind die machtvollsten, weil sie das Göttliche Wirken selbst miteinbeziehen. Mittels dieser Gebete wird sich Gott von der Kreatur entwaffnet und besiegt fühlen; gestärkt durch diese Hilfsmittel wirst du die Ankunft seines überaus Glück bringenden Reiches beschleunigen, und zusammen mit mir wirst du erlangen, dass der Göttliche Wille wie im Himmel so auf Erden geschehe, gemäß dem Wunsch des Göttlichen Meisters.

Mut, meine Tochter, stelle mich zufrieden, und ich werde dich segnen.


Die Jungfrau Maria als Königin des Göttlichen Willens  


Aus Luisas Schriften erfahren wir, dass Maria, die Mutter Jesu und unsere Mutter,  von ihrer Empfängnis an das Geschenk des Göttlichen Willens empfangen habe, aus dem alle ihre anderen Gnadenvorzüge und -privilegien entspringen.  

Sie hat wie Jesus ganz im Göttlichen Willen gelebt und war auf diese Weise vollkommen mit ihm vereint. Sie hat vollen Anteil am Erlösungswerk Jesu Christi, ihres Sohnes. Das ganze Werk der Erlösung ist in ihrem Herzen hinterlegt; durch ihre Einheit mit Jesus - im Leben und in der Passion - gelangen alle Gnaden aus dem Herzen Jesu durch ihr Unbeflecktes Herz zu uns. Seit Urzeiten der Kirche beten die Gläubigen vertrauensvoll zu ihr als Mittlerin aller Gnaden.

Niemand kennt das Leben im Göttlichen Willen besser als Maria, die Mutter Jesu. Unter dem Kreuz hat Jesus sie uns allen als unsere Mutter geschenkt: "Frau siehe dein Sohn; Sohn siehe deine Mutter". Sie hat die Apostel im Abendmahlssaal um sich versammelt, sie gelehrt und auf den Empfang des Heiligen Geistes vorbereitet. Wir verehren sie deshalb auch als Mutter der Kirche (vgl. Vaticanum II).

Wenn wir das Geschenk des Göttlichen Willens annehmen und in ihm leben wollen, wird Maria uns an die Hand nehmen, uns vorbereiten und uns die nötigen Gnaden vermitteln, die wir brauchen, um ein so hohes Gut zu erlangen. Sie wird uns auf diesem Weg lehren, führen und begleiten, sofern wir uns ihr anvertrauen und unseren Willen in ihre Hände legen.


Aus Luisas Tagebuch

Eintrag vom 8.12.1935   (Auszüge)

Als unsere Gottheit sah, dass unser Wille in diesem heiligen Geschöpf wie wiedergeboren war, teilte sie ihm ihre göttlichen Rechte mit, und zwar in der Weise, dass sie es zur Herrin unserer Liebe selbst, unserer Macht, Weisheit und Güte und zur Königin unseres Willens machte. Indem sie ihn besaß, schloss sie den eigenen Schöpfer, die heiligste Dreifaltigkeit, in sich ein und nahm sie völlig auf.  

Indem sie unseren Willen als Leben besaß, hatte sie uns immer etwas zu geben und zu sagen, es gab keinen Augenblick, in dem sie uns nicht beschäftigt hätte. Auf diese Weise zwang sie uns, ihr unsere größten Liebesgeheimnisse mitzuteilen, sodass wir niemals etwas ohne sie tun. Zuerst einigen wir uns mit ihr, dann legen wir in ihr mütterliches Herz das Gut nieder, das wir für den Menschen bestimmen.

In Wahrheit gibt es weder eine Bekehrung der Sünder noch eine Gnade, die auf die Erde niedersteigt, noch eine Heiligkeit, die sich bildet, noch eine Liebe, die von unserem Thron ausgeht, die nicht zuvor in ihrem Mutterherzen hinterlegt würde.  

Eintrag vom 7.11.1937  (Auszüge)

Meine geliebte Tochter, wer in meinem Willen lebt, kann überallhin eindringen, kann sich alles zu eigen machen, um es mir aufzuopfern. Er kann sich auch meine Mutter zu eigen machen, kann sich sogar die Liebe aneignen, mit der sie mich geliebt hat, und die Werke, die sie vollbracht hat. Zudem kann er sich mein Leben aneignen, es verdoppeln  und mir alles geben, wie die eigene Sache, um mich in göttlicher Weise zu lieben.

Du sollst wissen: Wie ich durch die Offenbarung so vieler Wahrheiten über meinen Willen seinen Tag für die Menschen vorbereitet habe, so hat die Himmelskönigin mit ihrer Liebe, ihren Schmerzen, ihren Gebeten und mit all ihren vom göttlichen Willen beseelten Akten, die in der Kraft dieses Willens Himmel und Erde erfüllen, die ausreichenden Verdienste für jene gesammelt, die in ihm leben sollen.

Wenn du wüsstest, mit welcher Sehnsucht diese himmlische Mutter wartet und danach seufzt, ihre Kinder beschenken zu können!

Eintrag vom 13.3.1932  (Auszüge)

Da die Jungfrau Maria das heiligste und größte unter allen Geschöpfen ist und kein anderes Reich als jenes meines göttlichen Willens gekannt hat, nimmt sie in ihm mit vollem Recht ihren Platz als Herrscherin ein und wird zu seiner Zeit dessen Verkünderin, Botschafterin und Anführerin sein.  

Bitte sie daher, dass sie deine Führerin , deine Lehrerin sei. Mit mehr als mütterlicher Liebe wird sie alle deine Akte aufnehmen, in die ihren einschließen und dir unterdessen sagen: "Die Akte der Tochter sind ähnlich der Mutter, deshalb können sie zusammen bleiben, um das Recht zu verdoppeln, das die Menschen haben, das Reich des göttlichen Willens zu empfangen.“

Da sie die Herrscherin des Himmels ist, jene, die das größte Ansehen und die größte Gewalt über das Herz Gottes hat, werden ihre Akte an der Spitze von allen sein. Dann werden die Akte jener Menschen kommen, welche – durch meinen Willen in göttliche Wesen verwandelt  - vor Gott ihre eigenen Rechte geltend machen und ihn bewegen werden, das Reich zu gewähren, das er ihnen versprochen hat.

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